Liebe Leserinnen und Leser,wir hoffen, dass Sie gut in dieses neue Jahr 2026 gestartet sind. Vielen Dank, dass Sie uns durch das letzte Jahr begleitet haben. Wir hoffen, wir konnten Ihnen in diesem Jahr einige spannende und informative Artikel bieten.
In der ersten Ausgabe dieses Jahr beginnen wir mit einem Artikel zum Thema HIV-Immunität.
Zudem berichten wir über die Entdeckung eines neuen HIV-Antikörpers von einem Forschungsteam unter Kölner Leitung.
In einem weiteren Artikel geht es um ChemSex und wie man dabei Risiken ernst nehmen und die Gesundheit schützen kann.
Außerdem geben wir einen Überblick darüber, was als PrEP momentan und eventuell in der Zukunft zum Einsatz kommen kann.
Zu guter Letzt stellen wir ein Gutachten vor, das vor Versorgungslücken warnt
Wie üblich möchten wir Sie noch auf die Termine der Kölner Aidshilfe, das Angebot einer professionellen ATHINA-Medikationsanalyse und die Option der Individualverblisterung Ihrer Medikamente durch die Birken Apotheke verweisen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr ChroniNews-Team der Birken-Apotheke
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HIV-ImmunitätImmunität gegen eine der ursprünglich tödlichsten Viruserkrankungen, die derzeit auf unserer Erde existieren: ein Satz, der das Leben vieler Patientinnen und Patienten für immer verändern würde. Genau dies beschreibt die Tatsache der HIV-Immunität.
Doch was bedeutet Immunität eigentlich und wie kommt sie zustande?
Lange Zeit galt eine Immunität gegen HIV als unerreichbar. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass das Immunsystem in seltenen Fällen Wege findet, das Virus zu kontrollieren oder sogar vollständig auszuschalten. Diese besondere genetische Veranlagung findet sich bei etwa einem Prozent aller Europäerinnen und Europäer, sowie bei Menschen europäischer Abstammung weltweit. Bei ihnen liegt eine Mutation des sogenannten CCR5-Rezeptors vor.
Dieser Rezeptor ist Teil unseres Immunsystems und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation und Bekämpfung von Entzündungen im Körper. Genau diesen Rezeptor nutzt das HI-Virus jedoch als „Eintrittspforte“, um die zentralen Zellen des Immunsystems zu infizieren und dadurch außer Kraft zu setzen. Ist der CCR5-Rezeptor aufgrund einer genetischen Mutation verändert, kann das Virus nicht in die Zellen eindringen – der sprichwörtliche „Türöffner“ fehlt. Menschen, die diese Mutation in sich tragen, können daher nicht mit dem HI-Virus infiziert werden und sind von Geburt an immun. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen therapeutischen Ansatz, sondern um einen evolutionsbedingten Zufall.
Damit stellen sich zwei zentrale Fragen: Warum kommt diese genetische Mutation fast ausschließlich bei Europäern vor, und ließe sie sich möglicherweise künstlich herbeiführen?
Über lange Zeit existierten zahlreiche Theorien über den Ursprung dieser Mutation. Könnten etwa mittelalterliche Seuchen für die Veränderung im Erbgut verantwortlich gewesen sein? Um dieser Frage nachzugehen, trainierte eine dänische Forschungsgruppe eine künstliche Intelligenz mit genetischen Daten von mehreren tausend heute lebenden Menschen, sowie von mehreren hundert menschlichen Skeletten. Die Ergebnisse zeigten, dass diese Mutation erstmals vor etwa 7.000 bis 9.000 Jahren bei einer Person auftrat, die im Gebiet des schwarzen Meeres lebte. Als Ursache vermuten die Forschenden einen evolutionsbedingten Überlebensvorteil in einer Zeit, in der Menschen mit neuen Krankheitserregern konfrontiert waren. Der Erstautor der Studie, Leonardo Cobuccio, erklärte dazu: „Menschen mit dieser Mutation überlebten besser, wahrscheinlich weil ihr Immunsystem in einer Zeit gedämpft wurde, in der die Menschen neuen Krankheitserregern ausgesetzt waren.“
Abschließend stellt sich die wohl wichtigste und zugleich spannendste Frage: Lassen sich aus diesen Erkenntnissen neue Therapieansätze gegen HIV ableiten?
Hoffnung gibt ein Fall aus jüngerer Vergangenheit in Berlin. Dort wurde ein HIV-Patient aufgrund einer zusätzlichen Krebserkrankung mit einer Stammzelltransplantation behandelt. In der Folge entwickelte er – wie bereits sechs HIV- und Krebspatienten vor ihm – eine funktionelle Immunität gegen das HI-Virus und konnte seine antiretrovirale Therapie absetzen. In den früheren Fällen lag der Grund darin, dass die Stammzellspender zufällig Träger der beschriebenen CCR5-Mutation waren. Im jüngsten Berliner Fall jedoch trug die Stammzellspenderin diese exakte Mutation nicht. Dennoch war die Viruslast des Patienten so gering, dass keine weitere Therapie notwendig war.
Genau hierin liegt die große Hoffnung: Mit hoher Wahrscheinlichkeit war das transplantierte Immunsystem in der Lage, sämtliche verbliebenen HI-Viren im Körper des Patienten zu eliminieren. Dies deutet darauf hin, dass spezielle Stammzell- und Immuntherapien ein großes Potenzial für die zukünftige HIV-Behandlung besitzen könnten. Da diese Therapieformen jedoch mit erheblichen Risiken verbunden sind – etwa der Übertragung anderer Erkrankungen vom Spender auf den Empfänger –, ist der Weg zu einer breiten Anwendung vermutlich noch lang. Dennoch lassen diese Erkenntnisse Raum für berechtigte Hoffnung.
Quelle: Immun gegen HIV: Gendefekt schützt vor der Infektion – Deutsches Ärzteblatt Biologen führen HIV-Immunität von Europäern auf mittelalterliche Seuchen zurück | Nachrichten | CORDIS | Europäische Kommission Heilung von AIDS: Überraschend HIV-frei nach Stammzelltransplantation - Spektrum der Wissenschaft Neue Hoffnung im Kampf gegen HIV: Stammzelltherapie heilt zweiten 'Berliner Patienten' Genmutation hinter HIV-Immunität ist tausende Jahre alt - Mensch - derStandard.de › Wissen und GesellschaftTracing the evolutionary history of the CCR5delta32 deletion via ancient and modern genomes: Cell
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PrEP-Alternativen: Was ist auf dem Markt?In den letzten Jahren hat sich das Spektrum der verfügbaren und in Entwicklung befindlichen PrEP-Optionen deutlich erweitert. Neben der etablierten oralen Präexpositionsprophylaxe mit Emtricitabin/Tenofovir sind mittlerweile auch langwirksame Injektionspräparate wie Cabotegravir (Apretude®) und als besonders langwirksame Substanz Lenacapavir (Sunlenca®, Yeytuo®) zugelassen, die sich derzeit jedoch noch nicht auf dem deutschen Markt befinden.
Emtricitabin/Tenofovir ist die am längsten etablierte Form der PrEP. Sie wird in der Regel als tägliche Tablette eingenommen und ist seit vielen Jahren weltweit zugelassen. Für bestimmte Personengruppen ist zudem eine anlassbezogene Einnahme nach dem sogenannten „2-1-1-Schema“ möglich. Zu den Vorteilen zählen die umfangreiche Studien- und Praxiserfahrung, eine hohe Wirksamkeit bei konsequenter Einnahme, die vergleichsweise niedrigen Kosten durch Generika, sowie die Möglichkeit, die Medikation bei Auftreten ausgeprägter Nebenwirkungen kurzfristig abzusetzen. Als Nachteile gelten die Notwendigkeit der täglichen Einnahme, sowie mögliche Nebenwirkungen, insbesondere in Bezug auf die Nierenfunktion und den Magen-Darm-Trakt.
Cabotegravir (Apretude®) ist ein Integrasehemmer, der in den Gesäßmuskel injiziert wird. Nach einer Einleitungsphase erfolgen die Injektionen im Abstand von zwei Monaten. Studien weisen auf eine sehr hohe Wirksamkeit hin, teilweise höher als bei der oralen PrEP. Vorteile sind das Wegfallen der täglichen Tabletteneinnahme, das Ausbleiben negativer Effekte auf die Nierenfunktion und Knochendichte, sowie die Unabhängigkeit vom Mitführen von Tabletten. Demgegenüber stehen die Notwendigkeit regelmäßiger Arztbesuche in kürzeren Zeitabständen, mögliche Schmerzen an der Injektionsstelle, sowie die lange Verweildauer des Wirkstoffs im Körper, die ein rasches Absetzen erschwert. Apretude® ist in der EU zugelassen, die Verhandlungen mit den Krankenkassen laufen jedoch noch.
Lenacapavir (Sunlenca®, Yeytuo®) ist ein neuartiger Kapsid-Inhibitor mit extrem langer Wirkdauer. In Studien wird derzeit eine Injektion unter die Haut alle sechs Monate untersucht. Der Wirkstoff ist bereits zur Behandlung multiresistenter HIV-Infektionen zugelassen, steht jedoch für die PrEP in Deutschland bislang nicht zur Verfügung. Vorteile sind bei diesem Arzneimittel vor allem die sehr seltene Applikation und der vollständige Verzicht auf eine tägliche Tabletteneinnahme. Als Nachteile gelten derzeit die sehr hohen Kosten sowie – ähnlich wie bei der anderen langwirksamen Substanz – die lange Verweildauer im Körper im Falle auftretender Nebenwirkungen.
In der aktuellen Forschung wird derzeit ein Implantat mit dem Wirkstoff Islatravir untersucht. Dabei handelt es sich um einen vielversprechenden, langwirksamen Ansatz zur PrEP oder zur Behandlung von HIV. Der Wirkstoff befindet sich in einem kleinen Implantat, das unter die Haut eingesetzt wird und den Wirkstoff über mehrere Monate, in manchen Fällen sogar bis zu einem Jahr, kontinuierlich abgibt. Studien an Tieren sowie erste klinische Untersuchungen zeigen, dass dadurch eine gleichmäßige und verlässliche Schutzwirkung erreicht werden kann. Das Implantat wird als Alternative zur täglichen Tabletteneinnahme entwickelt, um die Therapietreue zu verbessern und die Wirksamkeit über längere Zeiträume sicherzustellen. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Injektionen besteht darin, dass das Implantat bei Unverträglichkeiten jederzeit wieder entfernt werden kann.
Quellen: Alles Wichtige zur HIV-PrEP 055-008l_S2k_HIV-Praeexpositionsprophylaxe_2024-04_02.pdf Lenacapavir ist nun auch in Europa zur HIV-Prophylaxe PrEP zugelassen | Deutsche AidshilfePrüfung in zwei Verfahren | PZ – Pharmazeutische Zeitung HIV-PrEP mit lang wirksamem Mittel Apretude zugelassen Ausgabe 1/2025: Noch länger wirksame ART und PrEP in Sicht CROI 2021 - Islatravir Implant einmal jährlich
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HIV-Versorgung in Deutschland: Gutachten warnt vor VersorgungslückenDie medizinische Versorgung von Menschen mit HIV in Deutschland gilt seit Jahren als vorbildlich. Moderne Medikamente, spezialisierte Schwerpunktpraxen und erfahrene Ärzt*innen ermöglichen heute ein langes und weitgehend gesundes Leben mit HIV. Ein aktuelles Gutachten zeigt jedoch, dass dieser hohe Versorgungsstandard in den kommenden Jahren zunehmend in Gefahr geraten könnte.
Steigender Bedarf durch demografische Entwicklung Die Zahl der Menschen mit HIV, die regelmäßig medizinisch betreut werden müssen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hauptgrund dafür ist der große Behandlungserfolg: Menschen mit HIV leben länger und benötigen dadurch häufiger medizinische Betreuung – nicht nur wegen HIV selbst, sondern auch aufgrund altersbedingter Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder psychischen Belastungen.
Zwischen 2014 und 2023 nahm die Zahl der Patien*innen in spezialisierter HIV-Behandlung um fast 40 Prozent zu. Bis zum Jahr 2035 wird ein weiterer deutlicher Anstieg erwartet. Dadurch steigt auch der Umfang der notwendigen ärztlichen Leistungen, da die Versorgung älterer und multimorbider Patient*innen zeitintensiver ist.
Ambulante Versorgung als Schwerpunkt Der überwiegende Teil der HIV-Versorgung in Deutschland findet ambulant in spezialisierten HIV-Schwerpunktpraxen statt. Rund drei Viertel aller Menschen mit HIV werden dort betreut. Diese Praxen verfügen über besondere Erfahrung in der Therapie, im Umgang mit Wechselwirkungen sowie in der Begleitung komplexer Krankheitsverläufe.
Problematisch ist jedoch, dass die Zahl dieser Schwerpunktpraxen seit Jahren stagniert. Zwar steigt die Zahl der betreuten Patient*innen kontinuierlich, die Zahl der dort tätigen Ärzt*innen wächst jedoch deutlich langsamer.
Drohender Mangel an HIV-Spezialist*innen Prognosen zeigen, der steigende Versorgungsbedarf droht nicht mit der verfügbaren Versorgungskapazität Schritt halten zu können. Bis zum Jahr 2035 könnten deutschlandweit bis zu 130 spezialisierte HIV-Ärzt*innen fehlen. Das entspricht etwa einem Viertel der benötigten Fachkräfte.
Ein solcher Mangel hätte spürbare Folgen für Patient*innen: längere Wartezeiten, weniger Zeit für Arztgespräche und erschwerter Zugang zu spezialisierter Versorgung. Besonders betroffen wären Regionen außerhalb großer Städte.
Regionale Unterschiede beim Zugang zur Versorgung Schon heute ist die HIV-Versorgung regional ungleich verteilt. In Großstädten besteht meist ein gutes Angebot an Schwerpunktpraxen und Kliniken, während Menschen in ländlichen Regionen bereits heutzutage oft weite Wege auf sich nehmen müssen. Besonders für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Personen stellt dies eine zunehmende Belastung dar.
Veränderte Rolle der Krankenhäuser Die stationäre Versorgung von Menschen mit HIV hat sich in den letzten Jahren ebenfalls gewandelt. Krankenhausaufenthalte erfolgen heute seltener wegen HIV selbst, sondern häufiger aufgrund anderer Erkrankungen. Bei bestehender HIV-Diagnose ist daher die Expertise im Umgang mit dem Infekt wichtig, aber nicht in allen Kliniken gleichermaßen vorhanden, was die Versorgung beeinflussen kann.
Handlungsempfehlungen für die Zukunft Um den hohen Standard der HIV-Versorgung zu sichern, werden in dem Gutachten frühzeitige Gegenmaßnahmen empfohlen. Dazu zählen eine stärkere Förderung des medizinischen Nachwuchses, der Ausbau der Versorgung über digitale Technologien, eine bessere Vernetzung zwischen HIV-Praxen, geriatrischen Einrichtungen und psychosozialer Versorgung sowie gezielte Unterstützung für strukturschwache Regionen.
Fazit Die HIV-Versorgung in Deutschland ist aktuell leistungsfähig und qualitativ hochwertig. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen jedoch rechtzeitig strukturelle Anpassungen erfolgen. Ziel ist eine spezialisierte Versorgung unabhängig vom Alter, vom Wohnort und von der individuellen Lebenssituation der Menschen mit HIV.
Quelle: Neues Gutachten zur HIV-Versorgung in Deutschland – aids-stiftung.de Gutachten: Bedarf an HIV-Spezialversorgung steigt um 40 Prozent bis 2035 Gutachten warnt vor Engpässen bei der HIV-Versorgung | G+G HIV-Medizin: Drohende Versorgungslücke | Deutsche Aidshilfe Neues Gutachten zur HIV-Versorgung in Deutschland / Zu wenige Praxen für immer mehr ... | Presseportal |
ChemSex: Risiken ernst nehmen, Gesundheit schützenChemSex bezeichnet die Einnahme chemischer Substanzen, um den Sex länger und intensiver zu erleben. Diese Substanzen führen zu einem sexuell enthemmenden „High“ und werden daher insbesondere bei Sexpartys in der queeren Szene konsumiert. Häufig verwendete Substanzen sind dabei Crystal Meth, GBL/GHB oder Mephedron.
So reizvoll die stimulierenden Effekte erscheinen mögen, gehen sie jedoch mit gesundheitlichen Risiken einher, die oft nicht ausreichend beachtet werden. Neben einer erhöhten Risikobereitschaft und einem verminderten Schmerzempfinden kann es durch Austrocknung auch zu Verletzungen der Analschleimhaut kommen. Auf die Verwendung von Gleitgel und regelmäßiges Wechseln von Kondomen (mindestens alle 30 Minuten) sollte daher besonders geachtet werden.
Neben diesen unmittelbaren körperlichen Gefahren spielen auch mögliche Wechselwirkungen, insbesondere mit HIV-Medikamenten, eine wichtige Rolle. Da beispielsweise der Abbauweg von GHB im menschlichen Körper noch nicht vollständig geklärt ist, kann es zu Wechselwirkungen zwischen dieser Substanz und Arzneimitteln kommen. Für einen Safer Use von GHB soll daher insbesondere bei gleichzeitiger HIV-Therapie eine niedrige Dosis konsumiert werden. Denn bei gleichzeitiger HIV-Therapie und Einnahme von GHB kann es zu epileptischen Anfällen, verlangsamtem Herzschlag, Atemdepression und Bewusstseinsverlust kommen. Die Gefahr einer Überdosierung ist bei dieser Substanz hoch – insbesondere weil erste Symptome häufig übersehen werden. Anzeichen sind ein schwer störbarer Schlaf und das Verschwinden des Lidreflexes, bis hin zum Koma.
Auch andere beim ChemSex häufig genutzte Substanzen haben spezifische Wirkungen und Risiken, die berücksichtigt werden sollten. Crystal Meth, das meist in Kristallform oder als Pulver konsumiert wird, kann zu gesteigertem Selbstbewusstsein, Euphorie und erhöhter sexueller Lust führen. Die Hauptwirkung hält dabei nur 20–30 Minuten an, die möglichen Langzeitfolgen, wie Schäden der Schleimhäute, Depressionen oder Bluthochdruck jedoch deutlich länger. Besonders problematisch wird der Konsum von Crystal Meth, wenn zusätzlich bestimmte HIV-Medikamente eingenommen werden. Crystal Meth wechselwirkt insbesondere mit einer gebbosterten HIV-Medikation (Wirkstoffe Ritonavir und Cobicistat). Durch die Einnahme eines Boosters wird der Abbau von Crystal Meth gehemmt. Die Folge ist eine verstärkte bzw. verlängerte Wirkung, was zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen kann. Daher soll Crystal Meth unter einer Booster-Therapie möglichst nicht konsumiert werden – und wenn doch, nur stark reduziert.
Ähnliche Risiken bestehen auch bei einer weiteren häufig verwendeten Substanz: Mephedron. Mephedron, häufig als „Meph“ abgekürzt, wird auf Partys meist mit GHB kombiniert oder mehrmals eingenommen, um den Effekt zu erhalten, der aufgrund der kurzen Wirkdauer schnell nachlässt. Auch diese Droge wird durch die gleichzeitige Einnahme von Booster-Medikamenten langsamer abgebaut. Die dadurch verstärkte Wirkung kann zu vermehrten Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe und Erbrechen führen. Daher soll auch Mephedron unter Booster-Therapie nicht konsumiert werden – und wenn doch, nur in niedriger Dosierung.
Zusätzlich verursachen chemische Drogen wie Kokain, Amphetamine (Ecstasy, 4-MMC, 3-MMC, Crystal Meth) sowie neuere amphetaminartig wirkende Substanzen wie Mephedron (4-MMC) und Metaphedron (3-MMC) häufig Schlafprobleme. Insbesondere nach längeren Partynächten ist das Bedürfnis nach erholsamem Schlaf jedoch besonders hoch. Infolgedessen wird häufig zu Schlafmedikamenten gegriffen, die allerdings ein hohes Risiko für Abhängigkeit aufweisen. Abstinenz sowohl von Partydrogen als auch von Schlafmedikamenten sorgt in der Regel für eine Normalisierung des Schlafrhythmus und lässt die Schlafprobleme meist wieder verschwinden. Sollten die Probleme weiterhin bestehen, ist es ratsam, sich Hilfe bei einer Ärztin oder einem Arzt zu holen.
Angesichts dieser vielfältigen Risiken ist es wichtig, sich gut zu informieren und bei Unsicherheiten Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Informationen über weitere Substanzen bietet die Deutsche Aidshilfe auf ihrer Website. Dort erhalten Sie auch Beratungsangebote und Unterstützung bei Sorgen über den eigenen Konsum.
Quelle: https://www.aidshilfe-ooe.at GHB / Liquid Ecstasy: Wirkung, Nebenwirkungen, Safer Use | Drogenportal der Aidshilfe Beratungs- und Gruppenangebote zu ChemSex - Fachportal Beratung https://www.hivandmore.de/archiv/2022-4/schlafstoerungen-bei-menschen-mit-hiv.shtml www.msd-gesundheit.de
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Entdeckung eines neuen HIV-Antikörpers von einem Forschungsteam unter Kölner LeitungEin Internationales Forschungsteam hat unter Kölner Leitung erfolgreich einen neuen Antikörper entdeckt, welcher das HI-Virus in fast allen untersuchten Varianten neutralisiert und auch häufige Resistenzmechanismen blockiert. Diese Entdeckung macht Hoffnung für neue Perspektiven zur Vorbeugung und Behandlung von HIV-Infektionen.
Das Forschungsprojekt wurde in enger internationaler Zusammenarbeit mit Forschungszentren aus Afrika, Nepal und den USA durchgeführt. Untersucht wurden sogenannte „HIV-1 Elite Neutralisierer“, also Menschen, die trotz HIV-Infektion die Virenlast lange ohne Medikamente kontrollieren können, weil ihr Immunsystem breit-neutralisierende Antikörper (bNAbs) produziert. Diese Antikörper, sind spezielle Eiweißmoleküle des Immunsystems, welche gezielt körperfremde Eindringlinge wie das HI-Virus binden und für die Abtötung durch das Immunsystem markieren. Breit-neutralisierende Antikörper sind in der Lage viele verschiedene HIV-Stämme zu bekämpfen.
Insgesamt wurden im Zuge der Studie 2.354 Patient*innen mit unterschiedlichster Herkunft untersucht, von denen 32 Teilnehmer*innen als „Elite Neutralisierer“ identifiziert wurden. Aus ihren Blutproben konnten dann erfolgreich mehr als 800 verschiedene HIV-Antikörper isoliert werden, unter anderem ein Antikörper, der besonders hervorstach. Der breit-neutralisierende Antikörper 04_A06 übertraf alle anderen Varianten im Bezug auf Wirkstärke und Breite der Wirkung. In Vitro Studien am Maus-Modell zeigten nicht nur eine Senkung der Viruslast um mehr als den Faktor 100 nach 12 Wochen Behandlung, sondern auch eine Verhinderung eines Virus-Rebounds mit erneutem Anstieg der Viruslast. Diese effektive Wirkweise führten die Forschenden unter anderem auf die besondere Struktur des Antikörpers zurück. Der Antikörper 04_A06 unterscheidet sich von anderen HIV-Antikörpern dadurch, dass er eine charakteristische, besonders lange Aminosäurekette besitzt. Man kann sich diese spezifische Aminosäurekette wie einen zusätzlichen „Greifarm“ vorstellen. Mit diesem Greifarm kann der Antikörper Stellen am Virus erreichen und blockieren, die sonst schwer zugänglich sind. Diese Stellen sind für das Virus sehr wichtig und lassen sich nur schwer verändern. Das könnte erklären, warum dieser neu entdeckte Antikörper gegen alle bisher untersuchten HIV-Varianten wirksam ist und sogar viele bekannte Mechanismen umgeht, mit denen das Virus sonst resistent wird.
Bislang war die Suche nach einem HIV-Antikörper eine besondere Herausforderung, da das Virus sich ständig verändert. Die Entdeckung und Isolation des breit-neutralisierenden Antikörpers 04_A06 bietet nun einen vielversprechenden Ansatz für Patient*innen die mit HIV leben, als auch für die Prävention von Risikogruppen. Laut den Studien der Forschenden, könnte eine einmalige Gabe des Antikörpers in Zukunft eine über 93 Prozentige Schutzwirkung bieten.
Quelle: Universität zu Köln: Antikörper entdeckt, der fast alle bekannten HIV-Varianten in Neutralisationstests blockiertGieselmann, L., DeLaitsch, A.T., Rohde, M. et al. Profiling of HIV-1 elite neutralizer cohort reveals a CD4bs bnAb for HIV-1 prevention and therapy. Nat Immunol 26, 2016–2029 (2025). Antikörper entdeckt, der fast alle bekannten HIV-Varianten in Neutralisationstests blockiert | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
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Unser Service für SieInformationen zum E-Rezept
Seit dem 1. Januar 2024 können Patient*innen das E-Rezept nun auch mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einlösen. Wir sind in der Lage, E-Rezepte einzulösen und mit ihrer Krankenkassen abzurechnen!
Diese Umstellung bietet für Sie als Patient*innen einige Vorteile:
- Das E-Rezept kann per Smartphone über eine sichere E-Rezept-App verwaltet und direkt an uns gesendet werden. So ist sichergestellt, dass zum Abholzeitpunkt Ihr gewünschtes Präparat auch vorrätig ist. Die Gratis-App „Das E-Rezept“ der gematik oder die App von gesund.de ist kostenfrei zum Download im Google Play- oder App-Store erhältlich.
Weniger Wege in die Arztpraxis: Folgerezepte können ohne erneuten Arztbesuch ausgestellt werden.
- Sobald Sie uns ein Rezept zuweisen, laden wir das E-Rezept vom zentralen Server der gematik runter, entschlüsseln und liefern es.
- Erhöhter Fälschungsschutz. Nur an die gematik-Infrastruktur angeschlossene Arztpraxen können E-Rezepte ausstellen und signieren. Nachträgliche Änderungen sind nicht mehr möglich.
Änderungen, die Sie als Patient*innen betreffen: Nachträgliche Änderungen sind nicht möglich. Dies betrifft insbesondere den korrekten Zuzahlungsstatus. Achten Sie daher direkt in der Praxis auf die richtige Ausstellung und legen Ihren Befreiungsausweis vor. Anderenfalls benötigen wir ein neues E-Rezept.
Hohe Arzneimittelsicherheit: Durch die Kundenkarte werden alle erhaltenen Arzneimittel gespeichert und auf Ihre gegenseitige Verträglichkeit überprüft. Bei Interaktionen werden wir Sie und Ihren Arzt informieren.
Information zur Wirkungsweise Ihrer Therapie, zu neuen Arzneimitteln oder Studien, gegebenenfalls per Internetrecherche.
Ernährungsberatung durch Ökotrophologen. Termine auf Anfrage.
Beratung zu Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen.
Aktuelle Informationsbroschüren.
Birken-Apotheke App
Versandapotheke fliegende-pillen.de
Diskrete Beratung, auf Wunsch Einzelgespräche in unserem Beratungsraum.
Argumentationshilfen und Infos bei Problemen mit den Krankenkassen.
Individual-Verblisterung
Wir sind Gründungsmitglied der DAH2KA e.V.
Die DAH2KA e.V. (Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV- und Hepatitis-kompetenter Apotheken) ist ein überregionaler Zusammenschluss von Apotheken, die einen hohen Standard an Beratung und Versorgung speziell für Patienten mit HIV, Hepatitis und AIDS anbieten. Unser Ziel ist die wohnortnahe, persönliche Beratung, damit Information und Versorgung auf dam aktuellen Stand von Forschung und Therapie für Sie gewährleistet sind. Weitere Informationen unter www.birkenapotheke.de und www.dahka.de.
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