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Liebe Multiple-Sklerose-Patienten, Angehörige und Interessenten!
In diesem Newsletter beschäftigen wir uns mit folgenden aktuellen Themen:
- 12.10.2009 In einer Reihe von Studien mit Tiermodellen haben deutsche Neurologen neue Hinweise darauf gefunden, dass bereits verfügbare Herz – Kreislauf – Medikamente womöglich auch gegen Multiple Sklerose (MS) wirksam sein könnten.
- Ein Forscherteam um den Konstanzer Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat eine Behandlungsmethode für Autoimmunkrankheiten entwickelt, die das Immunsystem nur in Teilen drosselt und somit deutlicher besser verträglich ist.
- Ein Mundspray, das die beiden Cannabisdrogen Tetrahydro - Cannabinol und Cannabidiol (CBD) enthält, kann bei Patienten mit Multipler Sklerose die Spastizität mindern (wir berichteten). Nun hat der Hersteller nach eigenen Angaben die Zulassung in Europa beantragt.
- Immunmodulierende Therapien können den langfristigen Krankheitsverlauf einer Multiplen Sklerose beeinflussen und damit das Fortschreiten der Behinderung bremsen. Dies geht aus einer Präsentation auf dem diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology Ende April in Seattle hervor.
Viel Spaß beim Lesen,
Ihr Team der Birken-Apotheke
Cannabis – Spray soll in Europa zugelassen werden
27.07.2009 Ein Mundspray, das die beiden Cannabisdrogen Tetrahydro-Cannabinol und Cannabidiol (CBD) enthält, kann bei Patienten mit Multipler Sklerose die Spastizität mindern (wir berichteten). Nun hat der Hersteller nach eigenen Angaben die Zulassung in Europa beantragt. Die ersten Anträge stellte das Unternehmen in Großbritannien und Spanien, mit den entsprechenden Zulassungen rechnet GW Pharmaceuticals Ende des Jahres, spätestens Anfang nächsten Jahres. Anträge auf Zulassung in weiteren europäischen Ländern sollen dann in Laufe des kommenden Jahres folgen, teilte das Unternehmen mit. Ob darunter auch Deutschland ist, ging aus der Verlautbarung des Herstellers nicht hervor.
© Birken-Apotheke (Quelle: 2009 MedCon Health contents AG Internet. Leben mit MS)
Krankheitsmodifizierende Therapien verlangsamen das Fortschreiten der Behinderung
18.08.09 Immunmodulierende Therapien können den langfristigen Krankheitsverlauf einer Multiplen Sklerose beeinflussen und damit das Fortschreiten der Behinderung bremsen. Dies geht aus einer Präsentation auf dem diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology Ende April in Seattle hervor. Wie Michael J. Wells und Kollegen dort berichteten, hatten sie nachträglich die Daten von 185 Patienten mit klinischdefinierter schubförmig remittierender MS ausgewertet, die für mindestens ein Jahr eine krankheitsmodifizierte Therapie erhalten hatten. Aus diesen Daten rekonstruieren sie Gesamt - EDSS – Werte sowie die Werte funktioneller Unterskalen von Beginn der Erkrankung bis zur Aufnahme der Therapie und weiter bis zu den aktuellsten Bewertungen. Dabei fanden sie für jeden Patienten einen nahezu linearen und hoch signifikanten Zusammenhang zwischen der durchschnittlicheren Veränderung des EDSS – Wertes pro Jahr seit der Diagnose und der Dauer der Erkrankung. „Bei allen MS – Patienten steigt der EDSS – Wert mit der Dauer der Erkrankung an, so dass bei einer unbehandelten Multiplen Sklerose 50 Prozent der Patienten innerhalb von 10 Jahren einen EDSS – Wert von 6,0 erreichen. Allerdings war die Progression des EDSS – Werts über die durchschnittlichen acht Jahre unserer Studie signifikant schwächer ausgeprägt als beim natürlichen Verlauf der Erkrankung“, erklärten die Wissenschaftler. Dies deute darauf hin, dass krankheitsmodifizierende Therapienlangfristige Auswirkungen auf das Fortschreiten der Behinderung haben, so die Forscher weiter.
© Birken-Apotheke (Quelle: 2009MedConHealth ContentsAG)
Herz – Herzkreislauf – Arzneien könnten gegen MS helfen
12.10.2009 In einer Reihe von Studien mit Tiermodellen haben deutsche Neurologen neue Hinweise darauf gefunden, dass bereits verfügbare Herz – Kreislauf – Medikamente womöglich auch gegen Multiple Sklerose (MS) wirksam sein könnten. Im experimentellen Modell, dass viele Aspekte der MS repräsentiert, konnte der Krankheitsverlauf mit den Wirkstoffen Aliskiren, Enalapril und Losartan eindeutig gelindert werden, berichtet eine Arbeitsgruppe um Dr. Ralf Linker und Prof. Ralf Gold von der neurologischen Klinik St.Josef – Hospital der Ruhr – Universität Bochum (RUB) in der Fachzeitschrift PNAS. „Wir verstehen nun auf molekularer Ebene, wie eine Hemmung des Renin – Angiotensin – Systems im MS – Modell zu einer Abmilderung des Krankheitsverlaufs und einer Dämpfung der Entzündungsvorgänge im zentralen Nervensystem führt“, erläutert Linker. Vor allem habe man eine Wirkung der getesteten Arzneien auf sogenannte Fresszellen gefunden, die auch in den Entzündungsherden der MS eine wichtige Rolle spielen. In einer gleichzeitig veröffentlichen Studie hat eine Gruppe um Prof. Lawrence Steinmann von der Stanford Universität in Kalifornien ähnliche Effekte auf regulatorische Immunzellen beobachtet. Alle drei für wirksam befundenen Medikamente wirken auf das Renin – Angiotensin – System, mit dem der Körper den Blutdruck, den Salz- und den Wasserhaushalt reguliert. Weil mehrere Forschergruppen in letzter Zeit Hinweise gefunden hatten, dass das Renin – Angiotensin – System auch das Immunsystem beeinflussen kann - und zwar insbesondere die bei der MS „überaktiven T-Zellen und Antigen präsentierenden Zellen – hat sich das Team um Gold und Linker eingehend mit den zugrunde liegenden Signalwegen beschäftigt. „Hemmstoffe des Renin – Angiotensin – Systems könnten nun auch in der Therapie der Multiplen Sklerose Einzug halten“, hofft Gold. Womöglich könnten sie mit bereits verfügbaren Basistherapeutika gegen die MS sogar eine synergistische Wirkung entfalten, so der Neurologe.“ Allerdings müssen diese Hypothesen natürlich zuerst in klinischen Studien an Patienten überprüft werden“, warnt Gold gleichzeitig vor verfrühten Hoffnungen.
© Birken-Apotheke (Quelle: DGN, 18Aug 2009 Med Con Health Contents AG)
Autoimmunkrankheiten besser behandeln
14.09.2009 Ein Forscherteam um den Konstanzer Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat eine Behandlungsmethode für Autoimmunkrankheiten entwickelt, die das Immunsystem nur in Teilen drosselt und somit deutlicher besser verträglich ist. Kernpunkt der Entdeckung war die intensive Erforschung des so genannten Immunproteasoms, einem Enzymkomplex mit drei Untereinheiten, der eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr spielt. Bei einer Infektion zerlegt es die bakteriellen und viralen Proteine, die eine Zelle befallen haben, und transportiert die Proteintrümmer an die Zelloberfläche. Dort wird die Zelle von den T – Lymphozythen, einer hoch spezialisierten Untergruppe der weißen Blutkörperchen, als infiziert erkannt und abgetötet. Groettrup und sein Team hatten in Experimenten mit Mäusen getestet, was passiert, wenn man die Untereinheiten des Immunproteasoms ausschaltet, um Autoimmunprozesse zu stoppen. Die Ergebnisse waren erstaunlich. „Diese Mäuse haben zwar eine reduzierte Immunantwort, aber insgesamt waren die Auswirkungen bei Weitem nicht so drastisch, wie wir vermutet hatten“ erklärte Groettrup. Ganz verblüffend war aber, was mit den T – Lymphozyten passierte, die bei einer Autoimmunerkrankung außer Kontrolle geraten und die entzündlichen Reaktionen hervorrufen: Ohne die Immunproteasom – Untereinheiten verschwanden sie einfach – ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Blockierung des Immunproteasoms entzündliche Reaktionen dämpfen kann. Hoffnungsvoll stimmen auch Tests der Forscher mit einem von einem US –amerikanischen Hersteller entwickelten Hemmer des Immunproteasoms, der eine der drei Immunproteasom – Untereinheiten ausschaltet und eigentlich für die Behandlung von Leukämie gedacht ist: Mausmodelle für rheumatoide Arthritis oder Typ-1 Diabetes mellitus erkrankten nicht oder zeigten kein Fortschreiten ihrer Erkrankung. Weitere Tests für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose sind geplant. „Wenn die Wirksamkeit des Inhibitors beim Menschen so gut ist wie in den getesteten klinischen Modellen und auch die Nebenwirkungen so gering sind wie bei Mäusen, wäre das eine Revolution für den Behandlungserfolg“, ist Prof. Groettrup sicher.
© Birken-Apotheke (Quelle: Universität Konstanz., Nature Medicine, published onlineJuni 09 MedCon Health Contents AG)
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Fax:0211-3312019
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MSS (früher MSK)
Multiple Sklerose Selbsthilfe e.V.
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Telefon: 030-3953135
Fax: 030-3957773
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Schmerztherapeutisches Kolloquium
LGAF Gesellschaft f. algesiologische Fortbildung mbh
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